Spendenkonto für Prozesskosten

KontoNr.: 3039600
Kontoinhaberin: ARI
BLZ: 10020500
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: "Hausprojekt, Yorck59"

08.09.2006: NewYorck im Bethanien bleibt!

    Der Stand zur Auseinandersetzung um die Besetzung des Südflügels im Bethanien und die Zukunft des gesamten Hauses hat sich seit Montag den 4.9. entscheidend geändert. Die Initiative Zukunft Bethanien (IZB) und die drei großen Parteien im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin haben sich darauf geeinigt, dass es keinen BürgerInnen-Entscheid im Oktober geben soll, sondern einen Kompromiss (PDF) ausgehandelt.
    Es sieht für uns als Hausprojekt NewYorck59 so aus, dass wir zusammen mit der IZB dem Bezirk in den Verhandlungen einiges abringen konnten. So sollen nicht nur die MieterInnen des Hauses, sondern alle NutzerInnen, also auch wir, an der Weiterentwicklung des Hauses beteiligt werden.
    Damit ist sowohl die Entwicklung zu einem offenen, kulturellen, künstlerischen, politischen und sozialen Zentrum gemeint, als auch das Betreibermodell, also die zukünftige, selbstverwaltete Trägerschaft für das ganze Haus.
    Für uns ist das ein wichtiger Schritt im Kampf um selbstorganisierte Räume, gegen kommerz-orientierte Privatisierungen und um die Weiterentwicklung der Arbeit der vor einem Jahr geräumten Yorck59.
    Damit sind die Weichen gestellt für einen Verbleib von uns und den vielen Projekten, die seit der Besetzung dazu gekommen sind und den Südflügel des Bethanien seit einem Jahr für Treffen, Veranstaltungen und ihre alltägliche politische Arbeit nutzen.
    Der Kampf um ein Zentrum von Unten wird damit aber sicher nicht beendet sein und wir alle werden in den kommenden Monaten noch viel Energie brauchen um dies um- und durchzusetzen. Denn Widerstand lohnt sich und hat Perspektive!

    1000 Dank an die IZB und an alle UnterstützerInnen des BürgerInnenbegehrens und der anderen vielfältigen Aktivitäten im und um das Haus Bethanien!

    Schwarzer Kanal bleibt! Der Wagenplatz wird nicht verrückt! Rigaer 94, Brunnenstr. 183 und der Umsonstladen bleiben!


Aktuelles um das offene kulturelle, künstlerische und politische Zentrum von Unten im Bethanien

Derzeit (September 2006) und in den letzten Monaten schon passiert viel um das Bethanien als Ganzes, als dessen Teil sich die New Yorck versteht. Die aktuellsten Infos dazu gibts zumeist hier.


Pläne der Investoren Marc Walter und Gregor Marweld über den geplanten Verkauf des HH Yorckstrasse 59 als Luxuslofts

Der Eingentümer und der Hausverwalter der Yorckstrasse 59, Marc Walter und Gregord Marweld, verklagten den Hausverein der ehemaligen Yorck59-BewohnerInnen unterdessen in einer Fülle von Prozessen auf astronomische Summen vermeintlich entgangener Mieterhöhungen und Räumungskosten. Das Hinterhaus steht seit der Räumung komplett leer. Nun planen Walter und Marweld mit Hilfe der Luxusimmobilienfirma SelectBerlin (www.selectberlin.de) die Sanierung und den Verkauf des Hinterhauses als Luxuslofts. 13 Nobelappartaments sollen stehen. Der Preis: ca. 400.000 Euro pro Stück (plus Maklercourtage, plus monatlicher Zahlungen von ca. 550 Euro "Wohngeld" für Hausverwaltung, Security, etc). Zynischerweise sollen diese Nobelappartements "New Yorck Lofts" heißen, angelehnt an unser Hausprojekt NewYorck59 im Bethanien. Download des Verkaufsprospekts (459 K) hier.

Luxuslofts in der Yorck59? Niemals!!!
Eat the rich!!!


Einladung zur Pressekonferenz am 6.6.2006, 11 Uhr im Rathaus Kreuzberg, Yorckstr. 4-11

Ein Jahr nach der Räumung der Yorck59 - Wir sind wütend was seid ihr?

Die Yorck59 lebt! Ein Jahr nach der Räumung des Hausprojekts Yorckstrasse 59 gibt es die Yorck59 immer noch, und zwar in Form des Hausprojekts NewYorck59 im Bethanien, einer weiteren Hausprojekt-Gruppe und vielen AktivistInnen, die sich Tag für Tag für linke Freiräume und gegen die hässliche Stadtumstrukturierung durch Privatisierung, Kommerzialisierung und Vertreibung einsetzen. Am Jahrestag der Räumung möchten wir Euch/Sie zu einer Pressekonferenz einladen, die die folgenden Punkte ansprechen wird:

  • Investoren Marc Walter und Boris Gregor Marweld planen nach einem Jahr Leerstand Luxuslofts im Hinterhaus der Yorckstr. 59
  • Demonstration am 6.6.2006 um 18 Uhr vom Rathaus Kreuzberg zur Yorckstraße 59
  • New Yorck 59 feiert 1 Jahr Besetzung des Bethanien-Südflügels und ist fester Bestandteil eines zukünftigen offenen, kulturellen, künstlerischen, politischen und sozialen Zentrums von Unten im Bethanien
  • Mietvertrag der Initiative Zukunft Bethanien mit dem Bezirk zur Legalisierung der Besetzung des Bethanien-Südflügels kurz vor dem Abschluss
  • New Yorck 59 gratuliert der Initiative Zukunft Bethanien zum erfolgreichen BürgerInnenbegehren
  • Verkauf der Scharnweberstrasse 19 an Hausprojekt in Gründung scheitert an unnachgiebiger Haltung des Liegenschaftsfonds
Mit freundlichen Grüssen,
**YORCK59**

Einladung als PDF


"Wir sind wütend, was seid ihr?!!"
... weiter gegen die ugly Stadtumstrukturierung.
6.juni 2006, start: 18 uhr, Rathaus Kreuzberg, Yorckstr. 4.
yorck59 - 1 jahr nach der räumung.
demo-aufruf: PDF (2,4mb)

 


 

Samstag, 15.04.2006 Demo "denn die Häuser und Plätze gehören uns!!"
Start: Schwarzer Kanal, Michaelkirchstr.20, U-Bhf: Heinrich-Heine-Str. um 16.00 Uhr -
die Demo findet im Rahmen der autoorganisationstage statt.
Mehr Infos auf der Soliseite für den Schwarzen Kanal: http://www.yorck59.net/wpsksoli.html.


06.03.2006: Presseerklärung von NutzerInnen des Bethanien-Südflügels (Hausprojekt NewYorck59, Initiative Zukunft Bethanien (IZB), Antirassistische Initiative (Dokumentationsstelle), Kolumbien- Kampagne, Bundeskoordination Internationalismus BuKo, Libertad!, Kiez-Cafe, Kollektiv für Kunst, Kultur und Kommunikation KuKKuk, Anarchistisches Veganes Info-Cafe): "Vertragsverhandlungen statt Räumungsvorbereitungen!" (PDF).
07.02.2006: Offene Zeilen des Hausprojektes NewYorck59 an das Bezirksamt: "Einladung zu Verhandlungen" (PDF).
23.01.2006: Offener Brief der Initiative Zukunft Bethanien an das Bezirksamt zu den "Verhandlungen" um einen Nutzungsvertrag: "Worauf wartet das Bezirksamt?" (PDF).
19.12.2005: Presseerklärung der "Initiative Zukunft Bethanien" (IZB) zu den "Verhandlungen" um einen Nutzungsvertrag mit dem Bezirksamt (PDF). Am Nachmittag findet ein Runder Tisch mit Vertretern des Straßenfußballprojekts Streetfootballworld, des Bezirksamts und der IZB statt.
15.12.2005:Brief der Linken Liste Mönchengladbach an die Bezirksbürgermeisterin Cornelia Reinauer zu den Auseinandersetzungen über ein Bleiberecht der HausbesetzerInnen im Bethanien (PDF).
05.12.2005: Offener Brief der Initiative Zukunft Bethanien an die Mitglieder der BVV Friedrichshain-Kreuzberg (PDF).
02.12.2005: Die Unterschriftenlisten des BürgerInnenbegehrens gegen den Verkauf des Bethanien-Hauptgebäudes an einen privaten Investor und für ein kulturelles, künstlerisches, politisches und soziales Zentrum im Bethanien sind online - mehr Infos dazu unter http://bethanien.info!
23.11.2005 (Mittwoch): 20 Uhr Offenes Plenum mit aktuellen Infos, Vernetzung, Planung, ... - "Gegen die häßliche Stadtumstrukturierung!!!"
16.11.2005 (Mittwoch): 20 Uhr Offenes Plenum mit aktuellen Infos, Vernetzung, Planung, ...
12.11.2005: "Bezirksamt will sich mit Besetzern vertragen" (taz vom 12.11.2005, mehr auf der Presseseite): Das Bezirksamt bietet der "Initiative Zukunft Bethanien" einen Nutzungsvertrag für den Südflügel an. Zur Presseerklärung des Bezirksamts.
9.11.2005 (Mittwoch): 20 Uhr Offenes Plenum


07.11.05: "New Yorck59 bleibt, PDS geht! Gegen die häßliche Stadtumstrukturierung!"

Die Demonstration der NewYorck59 und ihrer UnterstützerInnen zur Linkspartei.PDS-Parteizentrale am Rosa-Luxemburg-Platz richtete sich gegen die von Linkspartei.PDS und SPD angewiesene Räumung der Menschen und Initiativen im Hausprojekt NewYorck59 im Südflügel des Bethaniens. Weiter wurde gegen eine neoliberale Stadtumstrukturierung protestiert, die in der Vertreibung einkommensschwacher Menschen aus den Innenstadtbezirken und der Kommerzialisierung von Kultur und öffentlichem Raum ihren Ausdruck findet.

Auf indymedia Mitschnitte vom freundeskreis v i d e o c l i p s mit Redebeiträgen von der NewYorck59, der Betroffenengemeinschaft Waldekiez und dem Wagenplatz Schwarzer Kanal: video 1, video 2, video 3.
Hier die Redebeiträge der Angolanischen Antimilitaristischen Menschenrechtsinitiative, der Dokumentationsgruppe der Antirassistischen Initiative ARI, des Waldekiezes und eines Mitglieds der Initiative Zukunft Bethanien.


7.11.05 (Montag) "New Yorck59 bleibt, PDS geht! Gegen die häßliche Stadtumstrukturierung!" - Demonstration zur Linkspartei.PDS-Parteizentrale am Rosa-Luxemburg-Platz. Anschließend: Druzbar mit Vokü und Cocktails!

6.11.05 (Sonntag): RECLAIM Bethanien: ab 10 Uhr Flohmarkt, ab 14 Uhr DO-iT-YOURSELF!-FEST: mit Musik, Ausstellung, Kaffee, Kuchen - Bringt euch ein! KEINE RÄuMUNG!

5.11.05 (Samstag): 12-15 Uhr am Heinrichplatz: Offenes Mikrophon und Informationen zur aktuellen Lage der NewYorck59 im Bethanien. Kommt dazu und erzählt von euren Erfahrungen mit der häßlichen Stadtumstrukturierung!
19:00 Uhr Offenes Plenum und Vokü; 21:00 GuteNacht Film: Milagro - Krieg im Bohnenfeld

4.11.05 (Freitag): frauen-lesben-trans-veranstaltung: BAMBULE - film (1970) von ulrike meinhof über mädchen in "fürsorgeheimen". mit anschließender Diskussion mit damals beteiligter; 21:00 Offenes Plenum und Vokü

3.11.05 (Donnerstag): 19:00 Uhr Podiumsdiskussion der Inititiative Zukunft Bethanien zur Räumung des Bethanien; 21:00 Uhr Offenes Plenum

2.11.05 (Mittwoch): Ab 9:00 Uhr Brunch in der NewYorck59 im Bethanien
Um 11:00 Uhr Offenes Plenum mit aktuellen Info und zum Planen des weiteren gemeinsamen Vorgehens.
Um 18:00 Spontandemo am Kottbusser Tor: kommt alle. Zeigt, wen sie alles räumen müssen. Für ein offenes Bethanien für alle.


02.11.05: AntiRäumungsDemo in SO36 in Berlin-Kreuzberg

Demo mit mehr als 500 Menschen gegen die von Linkspartei.PDS und SPD im Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg angewiesene Räumung der NewYorck59 im Bethanien --- vom Kottbusser Tor aus: "Für ein offenes Bethanien für alle". Zum Video auf indymedia vom freundeskreis v i d e o c l i p s.

02.11.05: Presseerklärung der NewYorck59 im Bethanien zur anstehenden Räumungsbedrohung

Die Pressemitteilung ist hier als PDF-Dokument zu finden.


01.11.05 AKUTE RÄUMUNGSBEDROHUNG

(Dienstag): New Yorck 59 akut von Räumung bedroht. Heute wurde in der Bezirkamtssitzung beschlossen, an der bisherigen Linie des BA's festzuhalten. Es wurde der Polizei ein schreiben übergeben, welches eine Räumung der NewYorck59 ermöglicht. Deswegen kommt alle zahlreich und unterstützt uns!


19.10.05: Presseerklärung des Hausprojekts Yorck59 zur veränderten politischen Lage aufgrund des BürgerInnenbegehrens gegen die Privatisierung des Bethaniens

Die Pressemitteilung ist hier als PDF-Dokument zu finden.

19.10.05: Die Initiative Zukunft Bethanien hat dem Rechtsamt des Bezirks Friedrichshain /Kreuzberg die genaue Fragestellung zum BürgerInnenbegehren gegen die Privatisierungspläne für das Haus Bethanien mitgeteilt.

Darin wird u.a. die Verwirklichung eines offenen kulturellen, künstlerischen, politischen und sozialen Zentrums im Haus Bethanien gefordert. Mehr Informationen und die genaue Fragestellung sind hier zu finden: http://bethanien.info.


29.08.05: Pressemitteilung aus der NewYorck59:
New Yorck59 im Bethanien sichert der Bezirksverordnetenversammlung für den 29.08.05 einen ordnungsgemässen Sitzungsablauf zu.

Die Pressemitteilung ist hier als PDF-Dokument zu finden.

25.08.05: Offener Brief aus der NewYorck59 an das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

Der Offene Brief ist hier als PDF-Dokument zu finden.

24.08.05: NewYorck59 im Bethanien bedroht!
Bezirksbürgermeisterin Reinauer lügt und kündigt Räumung an

Das vor wenigen Wochen geräumte Hausprojekt aus der Yorckstr. 59 steht schon wieder vor einer gewaltsamen Räumung. Nachdem wir im leer stehenden ehemaligen Sozialamt im Haus Bethanien durch die Besetzung am 11.6. eine vorübergehende Bleibe gefunden haben, versucht nun die Bezirksbürgermeisterin mit Unterstützung der Berliner PDS und in Allianz mit der SPD, dem Hausprojekt den Garaus zu machen.
Mit der Mehrheit von PDS und SPD hat das Bezirksamt gestern Mittag den Beschluss gefasst, dass das Hausprojekt "NewYorck59" bis Ende Oktober das Bethaniern räumen muss. Als Vorwand dient ihnen u.a. die Interpretation eines vor der Sommerpause nicht zu Stande gekommenen Verhandlungstermins am 29.7. Uns wird unterstellt, wir seien zu diesem Termin nicht erschienen. Das ist dreist gelogen. Wir waren vor Ort und erreichbar, jedoch hatte die Gegenseite offensichtlich kein Interesse daran, den Termin zu Stande kommen zu lassen. Der Duldungsvertrag war bei den vorhergehenden Verhandlungsterminen weitestgehend ausgehandelt. Lediglich die Frage der Dauer war noch strittig. Während wir auf dem zuvor zugesicherten 31.5.06 bestanden, wollte sich die PDS nur auf den 31.3. einlassen. Dass bei dieser minimalen Zeitdifferenz keine konstruktive Einigung gefunden werden sollte, ist absurd. Der Vertrag sollte nach dem dreiwöchigen Urlaub von Reinauer unterzeichnet werden. Unsere entsprechende Absicht haben wir dem Bezirksamt per Fax am vergangenen Montag mitgeteilt.
Hintergrund für diese unerwartete Eskalation ist unseres Erachtens die Angst der Bezirksregierung vor einem geplanten BürgerInnenbegehren, das sich gegen den drohenden Verkauf des Bethaniens an den Privatinvestor Michael Arend (Bad Homburg) wendet. Dieser verhandelt seit mehr als anderthalb Jahren mit dem Bezirk und möchte das Haus Bethanien für einen Euro (bei Sanierungszusagen) in Erbpacht übernehmen. Nun hat er vor einer Woche die Verkaufsverhandlung mit der Ansage unterbrochen, er würde das Bethanien kaufen, wenn ihm der Südflügel leer übergeben würde. Die Bezirksregierung versucht mit der drohenden Räumung des Projektes NewYorck59, dem Investor den Kauf schmackhaft zu machen und die Sache so schnell wie möglich abzuwickeln, bevor ein BürgerInnenbegehren auf Bezirksebene in Gang gesetzt werden kann. Es wäre für die PDS/"Linkspartei", die im Wahlkampf für eine "Soziale Stadt" wirbt, höchst peinlich, wenn eine Mehrheit der Befragten sich gegen die Privatisierungspläne und für ein unkommerzielles, kiezbezogenes Sozio-kulturelles Zentrum ausspricht.
Um dieser durchsichtigen Vorgehensweise von PDS und SPD etwas entgegenzusetzen, wollen wir bei der morgigen Bezirksverordnetenversammlung im Rathaus Kreuzberg, Yorckstr. 4-11 präsent sein, wenn es um die Themen Yorck59 und die Pläne mit dem Haus Bethanien geht. Auch die Initiative Zukunft Bethanien plant im Rahmen dieser Sitzung, den Protest gegen die Verkaufspläne an die Öffentlichkeit zu tragen.
Kommt mit uns zur Sitzung (Beginn 17 Uhr) und protestiert gegen die geplante Räumung des NewYorck59 und den Verkauf an den Investor Michael Arend! Vorher wird eine von uns organisierte Pressekonferenz im Rathaus Yorckstraße um 14 Uhr stattfinden, zu der wir alle einladen!

Wir fordern die PDS auf, die Verhandlungen mit uns wieder aufzunehmen, und nicht, wie im Falle der Yorck59, auf eine gewaltsame Räumung als Konfliktlösung zu setzen!

Gegen die neoliberale Stadtpolitik der PDS/"Linkspartei" in Berlin und überall!
Yorck59 ist überall!
Räumung ist keine Privatsache!
NewYorck59 im Bethanien bleibt!!!
Kollektive Räume statt Investorenträume!


04.07.05: NewYorck59 im Bethanien - Der Kampf geht weiter

Besetzung des Bethaniens und Verhandlungen
Es war der fünfte Tag nach der gewaltsamen Räumung, als wir am Samstag, dem 11. Juni um 15.59 Uhr leerstehende Gebäudeteile des Hauses Bethanien besetzten.

Bethanien ist ein Eckpunkt der Berliner Hausbesetzer-Geschichte, denn durch die Besetzung des Schwesternhauses des ehemaligen Krankenhauses Bethanien im Dezember 1971 von Jugendlichen und durch den öffentlichen Widerstand der Kreuzberger Bevölkerung war der damals geplante Abriß des gesamten Komplexes verhindert worden. An diese Zeit erinnert heute noch das "Georg- von-Rauch-Haus" und natürlich der Ton-Steine-Scherben-Song "Der Mariannenplatz war blau, soviel Bullen war'n da....Das ist unser Haus!".

Wir besetzten das Bethanien mit der Forderung nach einem vorübergehenden Verbleib, bis in ein bezugsfertiges Ersatzobjekt umgezogen werden könnte. Von hier aus haben wir die Möglichkeit, den Projekterhalt zu sichern und weiterhin mit dem Liegenschaftsfonds über ein adäquates Ersatzobjekt zu verhandeln. Dazu fordern wir seriöse Angebote, was Lage, Zustand, Größe und Preis betrifft. Zunächst wurden wir bis Sonntag, dann bis zum ersten Verhandlungstermin mit dem Bezirksamt am Dienstag geduldet. Bei dem Termin teilte uns das Bezirksamt mit, dass wir bis zum nächsten Tag um 12 Uhr das Gebäude freiwillig "und besenrein" zu verlassen hätten. Danach machte Bezirksbürgermeisterin Cornelia Reinauer uns noch das Angebot, sich für Einzelwohnungen für uns einzusetzen.

Diese "Angebote" stehen in direktem Widerspruch zu den Realitäten. Gerade weil unsere Struktur durch die Räumung stark erschüttert wurde, lehnen wir natürlich Angebote ab, die unsere Struktur weiter zersplittern. Die Chance, die Struktur wieder zu stärken und den Projekterhalt zu sichern, sehen wir zur Zeit in den Räumen des Bethanien - und das war auch die Intention der Besetzung.

Die Verhandlung endete mit der Ankündigung der BezirksamtsvertreterInnen, daß sie noch Gesprächsbedarf untereinander und mit ihren Fraktionen hätten, so daß erst am nächsten Tag, am 15. Juni um kurz vor 12 Uhr die Rückmeldung kam, dass das Bezirksamt nun doch zu Verhandlungen über einen Nutzungsvertrag bereit sei. Bei dem erneuten Verhandlungstermin am 22. Juni wurde dann über die konkrete Gestaltung einer Zwischennutzung gesprochen. Voraussetzung für die Aushandlung eines Duldungsvertrages sollten folgende Bedingungen sein:

  • Ernsthafte Verhandlungen mit dem Liegenschaftsfonds über ein Ersatzobjekt
  • Beteiligung an Betriebskosten
  • Gutnachbarschaftlicher Umgang mit den anderen BethaniennutzerInnen (Musikschule, Kunstraum, Künstlerhaus, Kita, Druckwerkstatt)
  • Schadensersatz (bunte Wände, teils kaputte Fenster und Türen)

Bis zum nächsten Verhandlungstermin am 12. Juli werden in Arbeitsgruppen die Details für einen Vertrag ausgearbeitet.

Dank an die UnterstützerInnen
Wir danken allen Menschen, die uns vor, während und nach der Besetzung der Räume unterstützt und geholfen haben. So konnten schon in den ersten Tagen nach der Besetzung die ersten Räume eingerichtet (z.B. Küche), die ersten Veranstaltungen organisiert, die ersten Feste gefeiert werden. Täglich stattfindende Voküs versorgten die vielen Menschen, die sich im Haus befanden.

Nachdem eine Räumung durch die Ankündigung eines Nutzungsvertrages nicht mehr wahrscheinlich schien, begannen dann die ersten Yorckies, ein paar ihrer Sachen zu holen und sich langsam einzurichten. Zu diesem Zeitpunkt brachen auch die ersten Konflikte mit einem Teil der Unterstützer auf, weil jetzt der äußere Druck weg war und mehr Raum für unsere eigenen Auseinandersetzungen da war. Die lange ausstehende Kritik der Yorckies am Verhalten einiger Unterstützer (Mackertum, hierarchische Strukturen) wurde konkreter - und auch die Unterstützer stellten jetzt Ansprüche an die Yorck59. Die Bitte um Aufschub des Problems, bis sich die Raumfrage überhaupt geklärt hat, wurde von Seiten der Unterstützer nicht akzeptiert. Die Fortsetzung der Debatte fand dann auf indymedia statt.

Kiezvernetzung
Am 21. Juni fand im Bethanien - nach mehreren Jahren Unterbrechung - wieder einmal ein Kiezpalaver statt. Sinn und Zweck waren Austausch und Vernetzung von Initiativen und Einzelpersonen des Kiezes über die Situation vor Ort. 15 Initiativen und insgesamt ca. 70 Menschen waren da. Bei der inhaltlichen Auseinandersetzung ging es sowohl um das Haus Bethanien als auch um die generelle Umstrukturierung Kreuzbergs. Es ging auch um die Bedürfnisse nach selbstverwalteten Strukturen und Räumen. Am 12. Juli um 19 Uhr wird es das nächste Kiezpalaver geben.

Perspektive NewYorck59
Die Räume des ehemaligen Sozialamts, die besetzt wurden, erstrecken sich über zweieinhalb Etagen. Wir sind dabei, uns hier eine Übergangsstruktur zu schaffen, d.h. Räume zum Wohnen und Arbeiten, sowie für Veranstaltungen einzurichten und zu gestalten. Wie in der Yorckstraße wird es getrennte Wohn-, Arbeits- und Veranstaltungsbereiche geben. Für letztere gilt, ebenso wie in der "Druzbar", Nutzung nach Absprache. Auch Büroräume sollen so bald wie möglich fertig gestellt und genutzt werden. Mittlerweile drei Wochen nach der Räumung und zwei Wochen nach der Besetzung sind wir nun also dabei uns wieder zu sammeln und die Infrastruktur im NewYorck59/Bethanien (wieder) herzustellen. Dies ist sowohl kräftemässig, als auch technisch zu bewerkstelligen.

Seit Beginn der Besetzung finden die Veranstaltungen und Gruppentreffen im provisorischen Projektraum statt. Wir bemühen uns - nach terminlicher Absprache - insbesondere darum, wieder ein Forum für politische und kulturelle Veranstaltungen zu bieten. Ebenso seit der ersten Woche gibt es jeden Freitag um 18 Uhr ein Offenes Plenum, auf dem der neueste Stand erzählt wird, Anfragen zur Raumnutzung gestellt, Rückmeldungen oder Ideen für weitere Schritte gesammelt werden. Weitere Ankündigungen zu Veranstaltungen und Treffen im Bethanien findet Ihr unter: www.yorck59.net oder im Streßfaktor.

Wir sehen uns!
NewYorck59


13.06.05: ... und wie gesagt: wir bleiben und bleiben und bleiben

(Presseerklärung)

Stand der Dinge:
Die ehemaligen BewohnerInnen, politischen Initiativen und UnterstützerInnen des Hausprojektes YORCK59 wohnen und arbeiten auch weiterhin in Räumen des Hauses Bethanien, das sie seit Samstag, den 11.6., besetzt halten.

Morgen, am Dienstag um 9.00 Uhr beraten die verantwortlichen PolitikerInnen der Bezirksregierung über die Zukunft der YORCK59 im Bethanien. Um 14.00 Uhr soll das Ergebnis der Verhandlungen im Bezirksamt in der Frankfurter Allee bekannt gegeben werden.

Seit der Besetzung gibt es zahlreiche Solidaritäts- und Unterstützungsangebote aus dem Haus und von außerhalb. Diese Initiativen und Projekte sehen in dem Einzug der YORCK59 die Chance einer Wiederbelebung des Hauses Bethanien zu einem kulturellen, politischen und sozialen Raum im Herzen Kreuzbergs.

Die YORCK59 fordert weiterhin:
Nutzung der leerstehenden Bereiche des Hauses Bethanien bis klar ist, wo das Hausprojekt YORCK59 fortbestehen kann, sei es im Haus Bethanien selbst oder an einem anderen adäquaten Ort.

12.06.05: YORCK59: Haus Bethanien weiter besetzt!

(Presseerklärung)

Seit gestern 15.59 Uhr halten BewohnerInnen, politische Initiativen und UnterstützerInnen der YORCK59 das Haus Bethanien am Mariannenplatz (Berlin-Kreuzberg) besetzt.

Das Haus soll mindestens zwischenzeitlich als Ersatzstandort dienen, bis darüber entschieden ist, ob hier geblieben werden kann oder ein anderes Ersatzobjekt für das Hausprojekt YORCK59 bezugsfertig ist.

Nach erster Einschätzung der YORCK59 bieten die leerstehenden Gebäudeteile die Voraussetzung für eine sofortige, mittel- oder langfristige Nutzung: Wohnräume, Projekt- und Verantstaltungsräume; Büroräume für die politischen Initiativen (Antirassistische Initiative, Angolanische Antimilitaristische Menschenrechtsorganisation, Flüchtlingsorganisationen u.a.).

Baustadtrat Schulz sicherte den BesetzerInnen heute mittag eine Duldung bis zu einem Verhandlungstermin mit den Kreuzberger StadträtInnen in den nächsten Tagen zu.

Während sich die Politik bei der Räumung der Yorckstrasse 59 auf Rechtstitel zurückziehen konnte, liegt jetzt die Verantwortung direkt beim Bezirk, als Eigentümer des Gebäudes. Da sich der Bezirk für eine bestimmte Nutzung der leerstehenden Gebäudeteile noch nicht entschieden hat - andererseits die Konzeption der YORCK59 dem Anspruch der für das Haus Bethanien gewünschten kulturellen und politischen Nutzung entspricht, steht dem Erhalt des Hausprojektes YORCK59 im Haus Bethanien nichts entgegen.

YORCK59 bleibt! Jetzt erst recht.

11.06.05: "Und da fragte irgendeiner: sag mal, is hier heut n Fest? So was ähnliches, sagt Mensch Meier - das Bethanien ist besetzt!"

(Presseerklärung)

Ist das Bethanien NewYorck?

Heute Nachmittag, um 15.59, hat die Yorck59 (ein Hausprojekt vorübergehend ohne Haus) das Haus Bethanien am Mariannenplatz besetzt. Wir bleiben hier, bis eine politische Lösung für unseren Projekterhalt erreicht ist.

Am vergangenen Montag, den 6.6. wurden 60 BewohnerInnen, die verschiedenen politischen Initiativen und UnterstützerInnen der Yorck59 aus ihrem Haus in der Yorckstrasse 59, Hinterhaus, gewaltsam geräumt. Als Reaktion und im Vorfeld gab es vielerlei Widerstand gegen die Durchsetzung der Pläne des Hauseigentümers Marc Walter und der politisch Verantwortlichen dieser Stadt. Sie waren nicht bereit, die Interessen eines einzelnen, profitorientierten Investors im Rahmen ihrer Möglichkeiten einzuschränken, um das seit 17 Jahren bestehende, selbstbestimmt organisierte Projekt zu erhalten. Lange Zeit versuchten sie sich in verbaler Unterstützung der Yorck59. Doch als es darum ging, den Worten Taten folgen zu lassen, und die Zeit bis zum angesetzten Räumungstermin knapp wurde, offenbarte sich ihr wahres Interesse. Sie versuchten, uns - statt dem Hauseigentümer - die Pistole auf die Brust zu setzen. Eine schriftliche Vereinbarung sollte die freiwillige Räumung innerhalb von zwei Wochen fixieren, ohne der Yorck59 ein Ersatzobjekt verbindlich und seriös zuzusichern. Eine Unterschrift unsererseits hätte das Aus für den Projekterhalt bedeutet.

Mensch Meier!

Die Räumung der Yorck59 wurde in einigen Pressemeldungen mit dem "Ende der Hausbesetzerzeit" gleichgesetzt. Das Bethanien war 1972 besetzt worden, weil bezahlbarer Wohnraum fehlte und viele Leute unzufrieden und in Aufbruchstimmung waren - sich Räume zu erkämpfen statt zu betteln oder lebenslang für ein Almosen ackern zu gehen. Heute machen u.a. Hartz I-IV, sinkende Reallöhne oder die investorenfreundliche Stadtpolitik uns klar, dass auch wir kämpfen müssen, um die Verhältnisse zu verändern. Und so lange sind auch die Häuserkämpfe noch lange nicht vorbei! Wagenplätze, bezahlbarer Wohnraum und Räume für selbstbestimmtes Wohnen und Arbeiten werden verdrängt, bzw. ihr Entstehen unmöglich gemacht. So kämpft z.B. die Initiative für ein Soziales Zentrum schon seit Jahren um Räume in der Innenstadt. Unsere Stärke ist die Solidarität, wie auch der Kampf um die Yorck59 gezeigt hat und immer noch zeigt. Die vom Innensenator Körting (SPD) angeordnete und von PDS und SPD zu verantwortende Räumung hat unsere Strukturen nicht zerschlagen. Wir kämpfen weiter bis wir wieder ein Haus haben, in dem wir wohnen und politisch arbeiten können. Wir fordern weiterhin adäquate und seriöse Angebote zu Objekten, in denen ein Fortbestand des Hausprojektes Yorck59 möglich ist - Angebote, die das Papier wert sind, auf das sie geschrieben sind. Es gibt viele leerstehende Häuser in der Stadt - der Kampf geht weiter!

Yorck59 bleibt - Jetzt erst recht!


10.06.05: Die Yorckstrasse 59 ist geräumt.YORCK59 lebt weiter!

(Presseerklärung)

In den eineinhalb Jahren Hauskampf um den Projekterhalt der Yorckstrasse 59 haben die politischen Initiativen und BewohnerInnen an Geschlossenheit und Kraft gewonnen. Die Erfahrungen, Kontakte und insbesondere die massive und breite gesellschaftliche Unterstützung wollen wir jetzt nutzen, um weiter für den Erhalt unseres Projektes zu kämpfen.

Gerade durch die gewaltsam durchgeführte Räumung des Hauses wurde die breite Unterstützung - im Kiez, berlinweit, bundesweit und international - deutlich. Mit vielen Aktionen, Demonstrationen, Soli-Besetzungen, Protesten, mit Patenschaften, Proklamationen und Spenden wurde der Kampf gegen die Räumung heftig unterstützt. Dies schlägt sich auch in der mit wenigen Ausnahmen (z.B. Berliner Zeitung) positiven Berichterstattung in der Presse nieder.

Morgens blockierten knapp 500 Unterstützerinnen die Yorckstraße, vor und innerhalb des Hauses, nachmittags verliehen mehrere tausend bei spontanen Reclaim the Streets in ganz Berlin ihrer Wut und ihrer Solidarität Ausdruck. Als am Abend nach der Räumung an die 2500 Menschen in Kreuzberg demonstrierten, brannte vor dem geräumten Hause tatsächlich die Luft. Auch die abendliche Hausbesetzung am Oranienplatz und die anschließenden Protestaktionen in Kreuzberg-Friedrichshain, machen deutlich, dass das Hausprojekt YORCK59 von einer breiten Solidaritätsbewegung getragen wird.

Die UnterstützerInnen befürworten die Entscheidung der YORCK59, sich nicht auf die kurzfristige Zusage an den Kauf eines stark sanierungsbedürftigen Ersatzobjekts, und damit nicht auf Hinhaltetaktik, leere Versprechungen und Drohungen der PolitikerInnen eingelassen zu haben.

Die Erfahrungen anderer Projekte zeigen, dass die politisch Verantwortlichen in solchen Situationen mit Schuldzuweisungen und Verschleppungen arbeiten, damit die Projekte irgendwann soweit sind, fast alles zu unterschreiben. Auch versuchen PolitikerInnen auf diese Weise, ihre eigene Haut zu retten, indem sie im Nachhinein den BewohnerInnen die Schuld für die Räumung zuweisen können. Diese Taktik haben wir erkannt und ignoriert. Nur über die Ablehnung dieser Scheinvereinbarung kann der Projekterhalt gesichert werden.

Wir haben lange Zeit ernsthaft verhandelt. Die "Options- und Räumungsvereinbarung", die die YORCK59 unterschreiben sollte, ließ keinerlei Verhandlungsspielraum zu. Der Liegenschaftsfonds und die anwesenden PolitikerInnen waren nicht bereit, die so genannten Ersatzangebote zu präzisieren (fehlende Verkehrswerte, Baugutachten, Sanierungsberechnungen). Der Innensenator weigerte sich den notwendigen Zeitraum zu einer Prüfung der eventuellen Ersatzobjekte einzuräumen. Die Vereinbarung sollte die freiwillige Räumung fixieren, ohne der Yorck59 ein Ersatzobjekt verbindlich und seriös zuzusichern. Eine Unterschrift unsererseits hätte das Aus für den Projekterhalt bedeutet.

Schon im Vorfeld der finalen Verhandlungen versuchten Innensenator Körting, Abgeordnete der PDS, der Geschäftsführer des Liegenschaftsfonds, Herr Lippmann, und der Vertreter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Herr Hirsch, deutlich Druck auf die Yorck59 auszuüben, z.B. "Wer im Haus angetroffen wird, muss zahlen.", "Nach der Räumung habt Ihr gar nichts mehr."

Auch die SPD zeigte sich bei dem wiederholten Besuch von UnterstützerInnen der Yorck59 in ihrer Landeszentrale nicht mehr so verhandlungsbereit wie beim ersten Besuch. Die Sozialdemokraten liessen die Polizei räumen und erstatteten Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs. Durch eine neunstündige "Ingewahrsamnahme" der SPD-Gäste und eine erkennungsdienstliche Behandlung durch das Landeskriminalamt, wurden die ersten Kriminalisierungsversuche erkennbar.

Der Versuch, Menschen zu kriminalisieren, die sich für gegen Ausgrenzung und Vertreibung linker Freiräume und für eine soziale Stadt einsetzen, wurde auch durch die brutale Vorgehensweise der Polizei und des SEK`s während der Räumung deutlich. Gezielte Fußtritte, Faustschläge, Würgeversuche und Ellenb ogenstöße in die Gesichter waren die Antworten der Polizei auf den passiven Widerstand der UnterstützerInnen und BewohnerInnen, die sich im Haus oder vor dem Haus in einer Sitzblockade befanden. Sexistische Bemerkungen gegenüber Frauen und verbale Drohungen und Beschimpfungen der DemonstrantInnen, aber auch das In-die-Knie-zwingen von Festgenommenen im ersten Hof belegen die Willkür und das Machtgebaren der Uniformierten. Das polizeiliche "Antikonfliktteam" bildete mehrmals einen Sichtschutz, um die Straftaten der Polizei vor JournalistInnen abzuschirmen. Trotz dieser Maßnahmen existieren viele Bilddokumente, die die Brutalität des Einsatzes belegen (z.Zt. wird eine Dokumentation der Übergriffe zusammengestellt).

Trotz der Räumung besteht die YORCK59 weiter!

Wir sind zur Zeit ein Hausprojekt ohne Haus. Das werden wir ändern. Wir werden weiter intensiv, unermüdlich und unerbittlich mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften und mit Hilfe der vielen UnterstützerInnen für den Erhalt unseres Hausprojektes kämpfen.

Wir sind nicht weg - wir sind nur geräumt!

Wir fordern weiterhin adäquate und seriöse Angebote zu Objekten, in denen ein Fortbestand des Hausprojektes YORCK59 möglich ist. Angebote, die das Papier wert sind, auf das sie geschrieben sind.

Es gibt viele leerstehende Häuser in der Stadt. Der Kampf geht weiter!.

YORCK59 bleibt! Jetzt erst recht!

falls diese seite irgendwann ausfallen sollte, steht das gleiche nochmal unter yorck59.so36.net

06.06.2005

hier wird jetzt ständig aktualisiert... 07:10 Die ersten Leute werden aus dem Haus in den Hof gebracht und dann zum Gefangenentransporter. 06:23 Der Gerichtsvollzieher ist tatsächlich vor Ort und möchte nicht mit Rechtsanwälten sprechen.
06:02 eine Sitzblockade vor dem Haus wurde abgeräumt, es sind um die Yorckstrasse herum massiv Polizeikräfte im Einsatz, das Tor wurde geöffnet aber zeitgleich sind Polizeikräfte über Hinterhöfe in die Höfe der Yorck eingedrungen und SEK Beamte sind auf den Dächern. Die offizielle Darstellung ist, das der Gerichtsvollzieher versucht zu den Menschen im Haus Kontakt aufzunehmen. Ein Rechtsanwalt vor Ort hat noch keinen Gerichtsvollzieher gesichtet. Viele Menschen sind rund um die Yorck versammelt, es gibt diverse Soliaktionen z.Bsp.: eine Fahrraddemo. 04:35 es scheint eine räumung zu geben, bevor der gerichtsvollzieher überhaupt aufgetaucht ist. 04:25 rund um die yorck wird jetzt abgesperrt, es scheint wircklich eine räumung zu geben. 03:11 am 5.5 abends waren Ströbele und Schulz in der Yorck, um sich zu erkundigen warum die Verhandlungen gescheitert sind, sie wollten nochmal zu Körting Kontakt aufnehmen, aber bisher gibt keine neuen Informationen darüber, ob die Räumung noch gestoppt werden kann.

04.06.05 Ende der Verhandlungen

Am Freitag Abend gab es ein weiteres Gespräch mit Politikern und dem Liegenschaftsfond. Ihr Konzept war, dass wir uns auf ein bestimmtes Objekt festlegen, was sie am besten für uns finden, der Liegenschaftsfond zusichert, dass er im nächsten halben Jahr keine Kaufverhandlungen mit andren Interessenten führt, wir freiwillig mit all unsren Sachen in 1-2 Wochen die Yorck verlassen und in ein kleines leerstehendes ehemaliges Obdachlosenheim ziehen. Von da könnten wir ja dann Kaufverhandlungen führen und wenn wir fertiggebaut haben, in unser neues Haus gehen. Wir forderten Gespräche über 2 weitere Objekte, sie erklärten, dass sie die mit aufnehmen würden, aber natürlich nur zum Verkehrswert verkaufen würden und den müssten sie erstmal in Auftrag geben. Das ganze sollten wir sofort unterschreiben.
Wir sagten, dass wir sowas natürlich nicht unterschreiben können, weil 2 Wochen viel zu knapp sind, wir erstmal wissen müssten über was für Zaheln es überhaupt geht, ein Gutachten brauchen, um was für Sanierungskosten es sich handelt, ein neues Finanzierungskonzept ausarbeiten, um dann zu überlegen ob es für uns realistisch ist. Wir erklärten, dass wir uns sofort darum kümmern würden, diesen Prozess in Gang zu setzen und ca. 6-8 Wochen bräuchten. Sie waren nicht bereit uns diese Zeit zu geben und damit waren die Gespräche beendet.

03.06.05 Stand der Verhandlungen

Durch den politischen Druck der AktivistInnen (Besetzung des Rathauses Kreuzberg, Runder Tisch) konnte erreicht werden, dass verschiedene PolitikerInnen aus Bezirk, Senat und Abgeordnetenhaus eine Einladung an den Hauseigentümer Marc Walter für einen Verhandlungstermin aussprachen. Gleichzeitig gab es das Angebot an die Yorck59, sich mit dem Liegenschaftsfonds zu treffen, der Vorschläge für Gebäude hätten, in die die Yorck59 einziehen könnte. An diesem Treffen am Mittwoch Abend nahmen dann ein PDS-Abgeordneter, Ralf Hirsch von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die Bezirksbürgermeisterin Cornelia Reinauer, mehrere VertreterInnen der Yorck59 und fünf Geschäftsmänner vom Liegenschaftsfonds (darunter der Geschäftsführer) teil. Es wurden 13 verschiedene Gebäude einer angeblich vorher durchgesuchten Liste vorgestellt, die fast alle auf den ersten Blick nicht den Anforderungen eines Projekterhalts entsprachen; sowohl hinsichtlich der Größe, der Lage, des Zustandes, als auch des Kaufpreises. Zum Teil lagen gar nicht genügend Informationen darüber vor. Bei einzelnen Objekten lohnt sich jedoch eine fachliche Begutachtung, obwohl abzusehen ist, dass auch bei ihnen erhebliche Sanierungskosten und eine längere Bauzeit nötig sind. Die Herren drängten uns sehr, uns auf ein Gebäude fest zu legen und gleich am nächsten Tag einen Kaufvertrag zu unterschreiben. Wir lehnten dieses absurde Angebot ab und stellten erst einmal einvernehmlich fest, dass wir uns in einem Verhandlungsprozess mit dem Liegenschafsfonds befinden. Ein Verhandlungsstatus ist Voraussetzung für ein Räumungsmoratorium.
Noch während dieser Sitzung erfuhren wir, dass Gregor Marweld (Hausverwalter der Yorck59) der Einladung des Runden Tisches vom Dienstag für den folgenden Donnerstag nachkommen würde. Allerdings ohne Bekanntgabe des Ortes und der genauen Zeit. Auch dasss wir nicht teilnehmen, war absolute Bedingung. Gestern Nachmittag nun trafen wir mit den drei Abgeordneten zusammen, die bei Marweld und seinem Geschäftspartner und Anwalt Markus Lieck waren. Sie berichteten, dass Marweld das Kaufangebot für die Yorck59 in Höhe von 2,5 Mio Euro aufrecht erhält (der Kaufpreis für ihn betrug lt. Kaufvertrag 1,45 Mio). Ein Ringtausch mit dem Liegenschaftsfonds würde noch teurer werden und käme daher erst recht nicht in Frage. Im Hinblick auf die Bedingungen eines Räumungsstopps, falls ein Ersatzobjekt für uns gefunden würde, formulierten die Geschäftspartner Marweld und Lieck, dass wir alle ihrer Meinung nach aufgelaufenen Mietschulden und für die Dauer des Räumungsaufschubs die von der IHK im letzten Jahr festgelegte Miete zahlen müssten. Gegen diese 55%ige Mieterhöhung waren wir allerdings mit unserem Hauskampf angetreten! Es ist klar, dass beide Seiten, sowohl Marweld/Walter/Lieck als auch die verantwortlichen PolitikerInnen den Druck auf uns erhöhen wollen, damit wir angesichts der drohenden Räumung inakzeptable Bedingungen eingehen, um die Räumung abzuwenden. Es gibt für uns zu viele unklare Aspekte einer Vereinbarung mit dem Liegenschaftsfonds oder eines Kaufes der Yorckstr. 59 durch uns selbst,so dass wir uns nicht zwingen lassen, den Projekterhalt durch voreilige Entscheidungen aufs Spiel zu setzen.
Es liegt in Körtings Verantwortung, die bestehenden Verhandlungen, in denen wir uns offenlichtlich befinden, ernst zu nehmen und einen Räumungsstopp zu veranlassen. Ob er das tut bzw ob er uns darüber rechtzeitig in Kenntnis setzt, ist noch offen. Daher werden wir an unserem Anti-Räunmungs-Konzept bis zum 6.6. fest halten. Heute Abend um 21 Uhr wird ein Sektempfang für die vielen Hundert Patinnen und Paten statt finden, die sich bisher gemeldet haben, um symbolisch in die Yorck59 einzuziehen. Außerdem vergeben wir einen Pokal für die kreativste Yorck59-Soli-Aktion.
Wir rufen auch nach wie vor zu unterstützenden Aktionen auf, die eine Räumung ver- oder behindern könnten, sei es im Vorfeld oder während der möglichen Räumung am Montag. Falls es dazu kommt, dass sie uns trotz der Verhandlungssituation räumen, wird am selben Tag um 18 Uhr eine Demo vom U-Bahnhof Mehringdamm losgehen. Am Wochenende während der Öffnungszeiten und in der Nacht zu Montag durchgehend ist das Clash im Mehringhof als Infopoint bestetzt. Kommt soviel ihr könnt!!!!

Der Räumungstermin wurde vom Gerichtsvollzieher um eine Woche verschoben und soll nun der 06.06.2005 sein.

Verhindert die Räumung! Schließt Patenschaften für die Yorck59 ab! Mehr hier ...

27.05.05: Sektempfang bei der SPD: Steht die SPD zu ihrem Wort?

Um ca. 12:00 Uhr betraten ca. 20 festlich gekleidete UnterstützerInnen der Yorck59 die Landeszentrale der SPD, um ihr mit Sekt, klassischer Musik und Luftschlangen für ihr bisheriges Engagement zu danken und sie gleichzeitig an ihre Zusage vom 10.05.05 zu erinnern, einen Runden Tisch mit SenatorInnen, Hausbesitzer Marc Walter und BewohnerInnen des Hausprojekts einzuberufen.
Die SPD verweigerte jedoch jegliche Verhandlungen, rief unverzüglich die Polizei, und ließ das Haus mit Gewalt und unter Ausschluß der Öffentlichkeit räumen. Die Festgenommenen wurden erkennungsdienstlich behandelt und verbrachten bis zu 9 h in Polizeigewahrsam.
Die UnterstützerInnen der Yorck59 verurteilen das Verhalten der SPD aufs Schärfste. Um ihren eigenen Wortbruch zu kaschieren, fällt ihnen nichts anderes ein, als unter Berufung auf das Hausrecht und mit dem Einsatz von Polizeigewalt Menschen zu kriminalisieren, die sich friedlich für ihre Rechte und eine soziale Stadt einsetzen. (Mehr auf der Presseseite)

34. Tag der offenen Tür der Berliner Polizei 2005 am 22.Mai 2005 in Ruhleben

Polizei versucht im Vorfeld der Räumung die Yorck59 zu kriminalisieren und für den Tag der Räumung unter Polizeibeamten Stimmung zu machen.
Es wird verbreitet, das die Anrirassistische Initiative ausgezogen sei, die Yorck wird als besetztes Haus dargestellt, verschiedenste linke Gruppierungen werden unter dem Thema 'Linksextremismus' so subsumiert, das der Eindruck entstehen soll, sie seien gewalttätig.
Am Tag der offenen Tür gab es einen Raum: "Staatssicherheit" mit dem Thema "Linksextremismus". Eine Augenzeugin berichtet, das es dort 4 Wände zu verschiedenen Themen gab, einer davon war der Yorck59 gewidmet. Ein Transparent und diverses Informationsmaterial waren ausgestellt. Davor 2 lebensgrosse von der Polizei gebastelte, vermummte Puppen mit Wurfgeschossen in der Hand.
Die Augenzeugin sprach eine offensichtlich dazu gehörende Beamtin an, gab zu erkennen, daß sie bzgl. Yorck59 gut informiert sei und fragte, wieso dieses Thema denn hier ausgestellt sei.
Antwort: "es gehe um Hausbesetzungen und es stehe ja die Räumung an."
Frage der Zeugin: "Aber da sind doch nicht nur MieterInnen drin, sondern auch Initiativen und Projekte."
Antwort: ".... wieso, die ARI ist doch schon ausgezogen ....... (!!!!)"

19.05.05

Ein neues Spässchen unserer Hausverwaltung: das Eingangstor zum ersten Hof wird zugeschweisst. Es können also keine PKW mehr in die Höfe fahren, (die Feuerwehr zum Beispiel auch nicht) allerdings können die, die drin stehen auch nicht mehr raus fahren. Ein PKW-Besitzer wird von Zivilpolizisten, die ihn verfolgen gestoppt und kassiert eine Anzeige wegen Sachbeschädigung, weil sie ihn verdächtigen die Schweissnähte geöffnet zu haben.

14.05.05: Auf die Plätze, Straßen, los! Yorck59 verteidigen!

Am Samstagabend gabs die Demonstration (Demoaufruf) gegen eine Räumung der Yorck59. Nach Punkrock und Quetschenpaua auf dem Heinrichplatz startete die Demo um 19:30 Uhr und führte quer durch X-Berg und Mitte bis zur Yorck59, vorbei an der Köpi, dem Schwarzen Kanal, dem Waldekiez, dem Tommy-Haus und der SPD-Zentrale. Trotz ausdauernden Regens beteiligten sich etwa 500 Menschen, die Sambagruppe, sowie die Selbsthilfegruppe um M Punkt und Walter. Redebeiträge gabs von der Angolanischen Antimilitaristischen Menschenrechtsinitiative (IAADH), der ARI, der Offenen Uni Berlin, des Hausprojekts in Gründung, der Waldekiez-Initiative, der Alten Meierei in Kiel u.v.a. ... (mehr hier)

09.05.05-11.05.05: Besetzung der SPD- und PDS-Landeszentralen: Her mit der politischen Lösung!

In den letzten Wochen kam es zu vielen Gesprächen zwischen BewohnerInnen und PolitikerInnen der Bezirks-, Landes-, und Senatsebene, u.a. mit den Senatoren Erhard Körting und Harald Wolf, den Abgeordneten Zackenfels und Spranger (beide SPD), Esser, Oesterheld und Schruofeneger (Grüne), Zillich, Wechselberg, Krüger und Nelken (PDS), sowie mit den Bundestagsabgeordneten Ströbele und Barthel.
Die Vielzahl dieser Gespräche ist ein deutliches Zeichen des großen öffentlichen Interesses an einer friedlichen Lösung, die den Erhalt des Hausprojekts Yorck59 sichern soll.
Die breite zugesicherte Unterstützung ist bisher Lippenbekenntnis geblieben. Deshalb besetzten die UnterstüztzerInnen am 09.05. die beiden Parteizentralen der Landesregierung. Sie forderten, dass die folgenden Punkte in der Senatssitzung am 10.5.2005 behandelt werden:
- ein Räumungsstop, bis eine politische Lösung für den Erhalt des Hausprojekts Yorck59 gefunden ist
- die Einberufung eines Runden Tischs mit VertreterInnen des Berliner Senats und entsprechendem Druck zur Teilnahme auf den Eigentümer Marc Walter.
- die schnellstmögliche Umsetzung eines Ringtausches.

Das Modell Ringtausch wurde mit den o.g. politischen VertreterInnen erarbeitet: Der Liegenschaftsfond würde die Immobilie mit Walter gegen ein gleichwertiges Gebäude tauschen und die BewohnerInnen könnten dann "ihr" Haus vom Liegenschaftsfond kaufen.
Walter bezahlte für die Yorck59 1,4 Mio. Euro incl. Steuern. Nun legt er den Wert auf mind. 2,5 Mio. Euro fest. Niemand ist zurecht bereit, auf diese dreiste Forderung einzugehen. Der Wert ist neutral zu ermitteln. Der Druck auf Walter kann und muss erhöht werden. Es ist politisch unverantwortlich, das Profitinteresse eines Einzelnen über einen 17 Jahre alten, selbst organisierten Freiraum für nicht-kommerzielle politische, soziale und kulturelle Veranstaltungen und Projekte zu stellen. Walters vermeintlichen Rechtssicherheit steht das öffentliche Interesse und die gesellschaftliche Verantwortung der rot-roten Regierung entgegen. Bisher war die Auseinandersetzung mit Walter zu zaghaft.
Das Ergebnis der Besetzungsaktion war ein von der Yorck59 geforderter Runder Tisch mit VertreterInnen des Berliner Senats. Dieser Runde Tisch, zu dem die Landesverbände der SPD und der PDS ausdrücklich den Eigentümer Marc Walter einladen, soll bis spätestens Mitte nächster Woche stattfinden. Alle Anwesenden waren sich darüber einig, dass angesichts des angekündigten Räumungstermins am 30. Mai eine politische Lösung forciert werden muss.
Die Pressekonferenz am 10.05 wurde dann jedoch in die Räume des Bezirksbüros der SPD in der Revalerstr. verschoben. Anwesend waren Steffen Liebich (Landes- und Fraktionsvorsitzender PDS), Steffen Zillich (MdA, PDS), Stefan Zackenfels (MdA, SPD) Hannes Hönemann (Pressesprecher SPD Berlin) und VertreterInnen des Projekts Yorck59. Rüdiger Scholz (Landesgeschäftsführer, SPD Berlin), der seine Anwesenheit zugesagt hatte, war nicht erschienen.
Das Misstrauen seitens der BesetzerInnen gegenüber den vorher gemachten Zusagen der SPD verstärkte sich, als sie 1 Stunde nach Beendigung der Pressekonferenz die Meldung erreichte, dass die SPD alle erreichten Verhandlungsresultate zurückziehen wolle. Die Begründung lautete, dass während der Besetzung der SPD-Landeszentrale eine Büste Willy Brandts entwendet worden sei. Die SPD bezog sich dabei auf ein Posting der "Autonomen FluchthelferInnen" auf dem Internetportal Indymedia.
Beim Gespräch von VertreterInnen der Yorck59 mit Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer am Mittwoch stellte auch sie eine Rückkehr der Büste als Bedingung für ihr Engagement. Die VertreterInnen der Yorck59 waren in dieser Situation außerordentlich überrascht, dass die SPD diesen Vorfall zum Anlass nimmt, eine politische Lösung zu blockieren, die eine gewaltsame Räumung verhindern könnte
Mittlerweile ist bekannt, dass die Büste wieder zurückgekehrt ist. Wir erwarten, dass einer Einladung zum Runden Tisch nun auch seitens der SPD nichts mehr im Wege steht.

06.05.05:Wieder mal das Wasser!

Hauptwasserrohr durchgesägt: BewohnerInnen und Initiativen seit 06.05, 15 Uhr ohne Wasser, Überwachungskameras im Hof installiert. Freitagnachmittag wurde die Wasserversorgung des gesamten Hinterhauses eingestellt. Nachforschungen der BewohnerInnen ergaben, dass das Hauptwasserrohr im Keller des 1. Hinterhofs gewaltsam durchtrennt und zugeschweisst wurde. Die gerufene Polizei blieb tatenlos. Auch Anrufe der Bezirksbürgermeisterin bei der Hausverwaltung und der Polizei blieben bislang ohne Wirkung. Eine weitere Schikane ist die Kameraüberwachung der beiden Höfe aus den Räumen der im Konflikt beteiligten Firma Serabag, die seit Dezember das Erdgeschoss des Hauses nutzt.

03.05.05:Die Yorck wird darüber informiert, das es einen vom Gerichtsvollzieher festgesetzten Räumungstermin gibt: 30 Mai.

01.05.05:Rücke vor bis zur Schlosssallee

Am 1.Mai fand um 13:00 Uhr eine von UnterstützerInnen der Yorck59 organisierte Demonstration unter dem Motto "Rücke vor bis zur Schlossallee" statt. Die Route der mit 1000 DemonstrantInnen (Polizei spricht von 800) gut besuchten Demonstration führte von der Yorck59 bis in die Waldemarstraße. Die Musik aus dem Lauti sorgte von Anfang an für gute Stimmung, wo sicher auch das gute Wetter seinen Teil dazu beitrug. Es gab eine Menge Redebeiträge, u.a. von der Ari über einen Hungerstreik im Abschiebeknast Grünau (Köpenick/Berlin) mit Ankündigung der Solidemo für nächsten Samstag den 7. Mai um 12 Uhr, S-Bhf. Spindlersfeld, einen Beitrag über Vertreibung und Umstrukturierung im Waldekiez, etwas über Prozesse in Hamburg ("Immer wieder pünktlich sein"), ein Redebeitrag vom Pirat sowie von einem besetzten Bauwagenplatz in Kassel.

30.04.05:Yorck auf PDS Landesparteitag

Heute, den 30.04.05, fand im Energie Palast (beim Ostbahnhof) der Landesparteitag der PDS unter dem Motto 'Berlin-soziale Stadt' statt. Einige AktivistInnen aus der Yorck59 nahmen dies zum Anlass, um ihrer politischen Forderung nach dem Erhalt ihres Projektes Ausdruck zu verleihen. Nachdem die Bühne besetzt und ein Redebeitrag gehalten wurde, forderten die AktivistInnen eine eindeutige Stellungnahme der PDS-Landesebene zum Konflikt um die Yorck59.

20.04.05:Berlin - Soziale Metropole???

Heute fand im Roten Rathaus am Alexanderplatz die vom Kommunalpolitischen Forum e.V. organisierte Veranstaltung 'Berlin' Soziale Metropole, Strategien für eine solidarische Stadtgesellschaft? statt. Dort saßen SenatorInnen Knake Werner (Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz), Junge-Reyer (Stadtentwicklung) und Wolf (Wirtschaft, Arbeit und Frauen) auf dem Podium um zusammen mit WissenschaftlerInnen über die 'wesentlichen Ziele einer sozialen Stadtentwicklung: Arbeit, Bildung, Integration, demokratische Teilhabe und lebenswerte Stadtteile' zu diskutieren.
Yorck-UnterstützerInnen verteilten Flugblätter, entrollten vor der Bühne ein Transparent ('Die Häuser denen die drin wohnen - Yorck59 bleibt') und hielten einen spontanen Redebeitrag.

14.04.05: Presseinformationen zum bedrohten Hausprojekt Yorck59

Yorck59 bleibt - und das ist auch gut so!

Für eine politische Lösung zum Erhalt des Kreuzberger Hausprojektes! Räumung ist keine Privatsache!

ein Ringtausch über den Liegenschaftsfonds ist weiterhin möglich
Beispiele von Ringtauschmodellen aus der Vergangenheit
Marc Walters Kaufpreis der Yorck59 wurde ermittelt
Walter pleite? IHZ zieht Immobiliengeschäft mit Walter zurück

Auf der heutigen Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses ist die Spitze der Berliner Politik anwesend. (http://de.indymedia.org/2005/04/111921.shtml)
Wir vom Hausprojekt Yorck59, BewohnerInnen und Initiativen, kämpfen seit mehr als einem Jahr für eine politische Lösung zum Erhalt unseres Projektes. Seitdem die Möglichkeit eines Ringtausches mit Hilfe des Liegenschaftsfonds am Runden Tisch im Februar 2005 von PolitikerInnenseite ins Spiel gebracht wurde, wird diese Lösung auf allen Ebenen (Senat, Abgeordnetenhaus, Bezirk) diskutiert. Wir sehen diesen Weg als den einzig gangbaren, um den langfristigen Erhalt des Projektes zu sichern, indem wir es durch einen Selbstkauf vom Liegenschaftsfonds dem Immobilienmarkt zu entziehen.

Das Land Berlin hat bereits Erfahrungen im Immobilien-Ringtausch.
Das ehemals besetzte Haus in der Prinzenallee 58 (ca. 6000m²) stand 1988, so wie die Yorck59 heute, kurz vor der Räumung. Es gab einen Räumungstitel und der Gerichtsvollzieher war noch nicht aktiv geworden. Die Eigentümer Hauert&Noak wollten eine Verdreifachung der Miete oder einen Kaufpreis von 5 Mio. DM, bei einem Verkehrswert des Objektes von 3,4 Mio. DM. Nach Konfliktlösungsgesprächen 1992 mit dem Senat verzichteten Hauert&Noak auf die Räumung und akzeptierten drei Ersatzobjekte. 1996 wurde dann ein Erbaurecht-Vertrag mit den BewohnerInnen abgeschlossen.
Im Falle der Regenbogenfabrik kaufte die Stadt das räumungsbedrohte Gelände in der Lausitzerstraße 22a/23 und schloss mit den NutzerInnen eigentümerähnliche Verträge ab. So konnte auch dieses selbstverwaltete Projekt bis heute bestehen.
Das aktuell von BewohnerInnen erarbeitete Modell zur Rettung der 23 von Privatisierung bedrohten Mietshäuser im Waldekiez könnte ebenso Pate stehen. Auch hierbei würde der Senat für die politische Absicherung sorgen.

Kürzlich wurde ermittelt, dass Marc Walter im Dezember 2003 das Grundstück Yorckstr. 59 für nur 1,45 Mio Euro kaufte. Dies steht im eklatanten Kontrast zu den 2,5 Mio Euro, die er den BewohnerInnen der Yorck59 als Kaufpreis "anbietet" bzw. ein Ersatzobjekt des Liegenschaftsfonds zu diesem Wert erwartet. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob die in Kaufverträgen genannten Summen dem realen Kaufpreis entsprechen. Dies ist bei Immobiliengeschäften nicht unbedingt der Regelfall. Die SEB-Bank (Herr Ohl) hatte 2003 das geäußerte Kaufinteresse der BewohnerInnen ignoriert. Heute gibt sie zu, dass sie bei einem Angebot von 1,3 Mio Euro mit den BewohnerInnen "gut ins Geschäft gekommen wäre", und so ein Selbstkauf des Projektes möglich gewesen sei.

Der Konflikt mit der Yorck59 wirkt sich bereits auf Marc Walters Immobiliengeschäfte aus.
Marc Walter arbeitet mit der IHZ GmbH (Sitz: Friedrichstr. 95) zusammen. Sie ist einer der größten Immobiliendienstleister Berlins, die im Auftrag der ehemals gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Mitte WBM deren Objekte veräußert und somit die Verdrängung von MieterInnen, z.B. im Kreuzberger Waldekiez, betreibt. Zusammen mit dem Hausverwalter der Yorck59 Gregor Marweld kaufte Walter im Sommer 2004 das Objekt Friedrichstr. 129/Claire Waldoff Str.2-12 zu einem sehr günstigen Preis über die IHZ. Er verfügt über gute Kontakte zur WBM, u.a. durch seine jahrelange Tätigkeit als Filialleiter bei der Deutschen Hypothekenbank am Gendarmenmarkt, bei der er die Finanzierung von Immobiliengeschäften betreute. Jüngst versuchte er, ein weiteres Filetgrundstück in der Friedrichstraße zu erwerben. Es handelt sich um die "Spreeterrassen", den Wohn- und Hotelkomplex (Hotel Riverside) an der Spree, Friedrichstr.105-6/Ziegelstr.2-3. Den beinahe abgeschlossenen Verkauf der Immobilie machte die IHZ jedoch rückgängig - Marc Walter konnte die vereinbarte Kaufsumme nicht aufbringen und musste eine Vertragsstrafe zahlen. Hintergrund des gescheiterten Verkaufs sind auch Proteste betroffener MieterInnen der Friedrichstr. 129 und die Furcht der IHZ, in den Konflikt um die Yorck59 einbezogen zu werden. Die IHZ versuchte wohl auch den Verkauf des Objekts Friedrichstr. 129, vor dem schon Protestaktionen der Yorck59 stattfanden, rückabzuwickeln. Dies scheiterte jedoch, da der Verkaufsprozess schon zu weit voran geschritten war.
Wir begrüßen es, dass auf diese Weise Immobilienspekulanten wie Herrn Walter Grenzen aufgezeigt werden, und sind uns sicher, dass dies dazu beitragen wird, dass Herr Walter auf das Angebot des Liegenschaftsfonds eingehen wird.

Vom Kulturprojekt Tacheles wurden der Yorck59 zwei Plakatwände gegenüber der Friedrichstraße 129 zur Verfügung gestellt, um unseren Protest zu unterstützen. Am Sonntag dem 3.4. fand dort eine Plakataktion statt, in der über die derzeitige Situation der Yorck59 informiert wurde und der gescheiterte Verkauf der Friedrichstraße 106 an Walter thematisiert wurde (http://de.indymedia.org/2005/04/111059.shtml). Marweld fotografierte die Aktion. Am nächsten Morgen waren die für Marweld und Walter heiklen Stellen der Plakatwände, ihre Namen und die Verbindung zur IHZ, überstrichen.

Unterdessen wurde bekannt, dass es überregional und international weitere Unterstützungsaktionen für die Yorck59 gab.
http://de.indymedia.org/2005/04/111651.shtml (Magdeburg)
http://de.indymedia.org/2005/04/111132.shtml (Malta)
http://de.indymedia.org/2005/04/111324.shtml (Uruguay)
Auch in Paris fand eine Aktion statt.
http://de.indymedia.org/2005/03/110358.shtml (Berlin/Siegessäule)
http://de.indymedia.org/2005/03/109652.shtml (Berlin/Stadtforum)

Mehr Informationen unter:
SEB: Harald Ohl, SEB, Durchwahltelnr. 069-258-7236
IHZ: 030 2471-30 sowie presse@ihz.de
Und unter 0177-7327227 sowie yorck59bleibt@gmx.net und http://www.yorck59.net

28.03.05 UnterstützerInnenaktion an der Siegessäule

UnterstützerInnen der Yorckstraße 59 entrollten am Ostermontag gegen 12 Uhr ein ca. 30 Meter langes Transparent von der obersten Plattform der Siegessäule: " Walter geht, Yorck59 bleibt!". Mehr Fotos und einen Bericht dazu gibt es unter: http://www.de.indymedia.org/2005/03/110358.shtml, weitere Presseartikel dazu auf dieser Seite in der Rubrik "Presse". Eine im Vorfeld dieser Aktion verschickte Presseerklärung lautete folgendermassen:

Pressemitteilung vom 28.03.05
Yorck59 bleibt! Walter geht!
Immobiliengeschäft zwischen Marc Walter und der IHZ scheitert

Am heutigen Montag, 28.03.05, wird gegen 12 Uhr eine spektakuläre Aktion von UnterstützerInnen des akut von Zwangsräumung bedrohten Hausprojekts Yorck59 stattfinden.

"Walter geht!" Immobiliengeschäft mit der IHZ scheitert
Der Hamburger Geschäftsmann Marc Walter ist seit Monaten dabei, in Berlin Immobilien zu kaufen, um sie nach Modernisierung wieder zu veräußern oder teurer zu vermieten. Unter anderem arbeitet er mit der IHZ GmbH (einer der größten Immobiliendienstleister Berlins) zusammen, die auch die Privatisierungen der ehemals gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften WBF, BEWOGE und WBM, und somit Verdrängung von MieterInnen, z.B. im Waldekiez, betreiben.
Zusammen mit dem Hausverwalter Gregor Marweld kaufte Walter im Sommer 2004 das Objekt Friedrichstr. 129/Claire Waldoff Str. 2-12 von der IHZ. Jüngst versuchte er, ein weiteres Filetgrundstück in der Friedrichstraße zu erwerben. Es handelt sich um den Wohn- und Hotelkomplex (Hotel Riverside) an der Spree, Friedrichstr. 106. Den beinahe abgeschlossenen Verkauf der Immobilie machte die IHZ jedoch wieder rückgängig, weil sie fürchtete, in den Konflikt um die Yorck59 einbezogen zu werden und wegen der Proteste betroffener MieterInnen. Die IHZ versuchte wohl auch den Verkauf des Objekts in der Friedrichstr. 129, vor dem schon Protestaktionen der Yorck59 und ihrer UnterstützerInnen stattfanden, rückabzuwickeln. Dies scheiterte jedoch, da der Verkaufsprozess schon zu weit vorangeschritten war.
Wir begrüssen es, dass auf diese Weise Immobilienspekulanten wie Herrn Walter Grenzen aufgezeigt werden, und sind uns sicher, dass dies dazu beitragen wird, dass Herr Walter auf das Angebot des Liegenschaftsfonds eingehen wird.

"Yorck59 bleibt!"

Der Konflikt um das Hausprojekt in der Yorckstrasse 59 ist eskaliert und derzeit Thema auf allen politischen Ebenen. Einzig gangbare politische Lösung, die zu einem Projekterhalt führt, ist das seitens der Politik vorgeschlagene Tauschobjekt für den Hauseigentümer Marc Walter aus dem Berliner Liegenschaftsfonds. Bei diesem Dreiecksgeschäft würde Herr Walter das Objekt Yorckstrasse 59 gegen eine gleichwertige Immobilie aus dem Fundus des Liegenschaftsfonds eintauschen. Die BewohnerInnen und Initiativen des Hausprojektes könnten danach das Hinterhaus Yorckstr. 59 vom Liegenschaftsfonds kaufen. Ein Finanzierungskonzept für einen solchen Kauf in Zusammenarbeit mit dem Mietshäusersyndikat besteht seit über einem Jahr.
Nun ist die Politik gefordert, Herrn Walter dazu zu bewegen, sich auf diese einzige Möglichkeit der Konfliktbeilegung einzulassen. Die Berliner Landesregierung und das Abgeordnetenhaus müssen sich nun der Öffentlichkeit und Herrn Walter gegenüber mit Nachdruck für eine solche Lösung einsetzen. Das in diesem Sinne bekundete Engagement der SenatorInnen Körting, Wolf und Junge-Reyer, des Bundestags-abgeordneten Ströbele, mehrerer Landesabgeordneter und der Bezirkspolitik ist noch lange nicht ausgeschöpft. Klare öffentliche Äußerungen sind nun gefragt, dass Investoren wie Herr Walter, die ihr einzelwirtschafliches Profitinteresse durch die Verdrängung von alteingesessenen BewohnerInnen zu erzielen versuchen, unerwünscht sind.

Die Demonstration "Freiräume werden erkämpft, nicht erbettelt!" des Projekte- und Initiativenrats (PiRat) am 26.03. hat gezeigt, dass die Yorck59 in ihrem Kampf um den Erhalt des Projekts nicht alleine steht. Viele Initiativen und andere bedrohte Projekte, wie die Offene Uni Berlins, Wagenburgen und Hausprojekte, haben sich in den letzten Monaten an den vielfältigen Aktionen für den Erhalt der Yorck59 beteiligt. Weitere werden folgen bis der Erhalt des Hausprojekts in Form einer politischen Lösung gesichert ist.

HauseigentümerInnen kommen und gehen....Yorck59 bleibt!

21.03.05

Heute am 21.03.05 fand um 12.00 Uhr im Kreuzberger Rathaus in der Yorckstraße 4 - 11 das anderthalbstündige Gespräch zwischen VertreterInnen des Hausprojektes Yorck59, Innensenator Körting (SPD), Baustadtrat Schulz (Grüne), MdB Ströbele (Grüne), MdA Zillich (PDS) und einem Vertreter des Liegenschaftsfonds statt. Der Gesprächstermin wurde in Folge von Aktionen u.a. der Besetzung des Rathauses am 18.3.05 durch BewohnerInnen und UnterstützerInnen der Yorck59 erwirkt.
Als mögliche Lösung wurde ein Ringtausch diskutiert d.h. dass Walter von Seiten des Liegenschaftsfonds ein entsprechendes Ersatzobjekt erhält, und die Yorck59 ihren geplanten Selbstkauf mit dem Liegenschaftsfond verhandelt. Schulz und Ströbele schlugen verschiedene Modelle vor, um diesen Tausch zu ermöglichen. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass von Senatsebene zugesagt wurde, weitere Verhandlungsgespräche mit Walter zu führen.

17.03.05+18.03.05

Von Donnerstag, den 17. März, 15 Uhr bis Freitag Mittag wurde das Kreuzberger Rathaus von ungefähr 100 Personen besetzt. Es wurde darüber informiert, wie sich die Situation in der Yorck59 seit Herbst 2004 zuspitzt und darauf aufmerksam gemacht, dass der Interessenskonflikt zwischen Eigentümer und Hausprojekt nur durch eine politische Lösung zu beenden sein wird. Es wurde daher gefordert, dass der Berliner Innensenator Erhardt Körting zu einem Gespräch mit den BesetzerInnen ins Rathaus kommen solle, um einen Räumungstop zu garantieren. Gegen 19 Uhr kam Körting dann auch mit Bezirksbürgermeisterin Reinauer ins Rathaus, versprach aber lediglich, sich persönlich mit dem Hauseigentümer Marc Walter in Verbindung zu setzen. Er wird ihn noch einmal darüber informieren, dass der Liegenschaftsfonds Walter Ersatzobjekte anbietet, wie bereits letzte Woche geschehen.
Heute, am 18. März fand um 11 Uhr eine Pressekonferenz mit den BewohnerInnen der Yorck59 und anderer Projekte sowie deren UnterstützerInnen im Sitzungssaal der Bezirksvollversammlung statt. Sechs Personen aus der Yorck59 und anderen bedrohten Projekten (Offene Uni Berlins und Schwarzer Kanal) informierten die Medien über den Zweck der Besetzung und erklärten ihre Forderungen. Die Bezirksbürgermeisterin erschien gegen Ende der Konferenz. Danach wurde die Besetzung beendet und beschlossen, die Verhandlungen zwischen Innensenat und Bezirksamt mit dem Hauseigentümer der Yorckstr. 59, Marc Walter erst einmal abzuwarten und dann weitere Schritte zu planen, um den Erhalt des Hausprojektes politisch zu erkämpfen.
Parallel zur Pressekonferenz unterstützten AktivistInnen den Widerstand der Yorck59 mit einem Transparent beeindruckender Größe (ca. 6X10m), das in einer Kletteraktion vom 10. Stockwerk des Rathauses an der Aussenwand befestigt wurde.

11.03.05-14.03.05

Am Freitag 11.03. wurden wir von Frau Reinauer darüber informiert, das Hausverwalter Marweld bei ihr angerufen hatte und sagte, das seine Familie angegriffen worden sei, er uns Wasser und Heizung abstellt und uns jetzt endgültig räumen lassen will. Weitere Informationen waren von Frau Reinauer nicht zu bekommen, da die Handyverbindung dann unterbrochen war und sie nicht weiter erreichbar war.
Als dann abends wircklich die Heizung und das Wasser aus waren, fingen wir an, im Internet nach einer Erklärung für diesen neuen Anfall vom Hausverwalter zu suchen. Wir fanden eine Erklärung darüber, das Farbeier auf das Büro der Immobilienfirma von Marwelds Mutter geworfen worden seien. Am 12.03. riefen wir dann den Hausmeister an, der zunächst sagte er würde sich kümern, dann war er aber nicht mehr zu erreichen, die Hausverwaltung war natürlich sowieso nicht zu erreichen. Wir sassen also bis zum Montag 14.03. in der Kälte auf dem trockenen und um 8 Uhr ging dann die Heizung wieder an. Nachdem wir von der von Marweld im Erdgeschoss eingesetzten Firma (Serabag) sagten, sie sollen auch das Wasser wieder anstellen, stellten sie auch das Wasser wieder an.
Ebenfalls am Montag morgen hatten wir den zweiten Prozesstermin wegen der von Walter+Marweld gegen uns gerichteten Unterlassungsklage (es geht um das Hoffest im Sommer, was sie verbieten wollten und ein Verbot von sämtlichen Veranstaltungen und Parties), das Urteil wird so in 2 Wochen gesprochen.
Am Freitag morgen 18.03. wird es dann den Räumungsprozess gegen die Antirassistische Initiative geben.

10.03.05

1) Zeitungsausgabe über die Yorck59:
Ab nächste Woche werden in folgende Zeitungen Beilagen über die Situation in der Yorck59, Situation in anderen Projekte, kapitalistische Stadtumstrukturierung und Widerstandsmöglichkeiten veröffentlicht:

- Junge Welt am Montag den 14.03
- TAZ am Montag den 14.03
- Jungle World am Mittwoch den 16.03
- AK Nr. 493 (nächste Ausgabe)

Der Titel der Beilage lautet: "Yorck59 bleibt! - Keine Räumung niemals!", und beinhaltet folgende Themen:

Seite 1 - Berliner Hausprojekt Yorck59 akut von Räumung bedroht
- Zur aktuellen Situation des räumungsbedrohten Hausprojektes Yorck59
- Geschichte und Geschichten des Hausprojektes Yorck59
- Bleiberecht für alle - die Antirassistische Initiative
- Das Anti-Hartz-Bündnis

Seite 2 - Stadtentwicklung und Stadtumstrukturierung (nicht nur) in Berlin
- Alternative Projekte im Zangengriff von Immobilienmarkt, Stadtpolitik und Yuppiekultur
- Planfeststellungsverfahren Berlin Gleisdreieck
- Die Berliner Linie hat bisher alle Regierungsvarianten überdauert
- Rent-Gap-Theorie und Gentrification

Seite 3 - Widerstand
- Beitrag zur und von der "Betroffenengemeinschaft Waldekiez"
- Widerstand des Wagenplatzes Schwarzer Kanal gegen MediaSpree
- Hamburger Wagendemo
- Strategien gegen private Hausbesitzer

Seite 4 -Unterstützung
- UnterstützerInnen
- Yorck59 braucht Eure Unterstützung!
- Veröffentlichung: Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen
- Links, Termine, Impressum


2) Film-Clip über die Yorck59.
Idee und Produktionsleitung:
- Workstation Ideenwerkstatt Berlin e.V.
http://www.workstation-berlin.org
- AK Kraak:
http://www.akkraak.squat.net

Der Filmclip ruft zum Aufbau, Erhalt und zur Unterstützung selbstverwalteter und selbstorganisierter linker Strukturen (in der Stadt Berlin) auf. Diese Projekte mit Raum für Wohnen, Arbeiten und politisches Engagement bilden Lebensräume für Teile der (Berliner) Bevölkerung, welche selbstbestimmt und selbstbeauftragt ihr Leben möglichst herrschaftsfrei realisieren und sich somit in Theorie und Praxis für die Umsetzung 'einer anderen Welt' einsetzen. Am Beispiel des derzeit akut von Räumung bedrohten Projekts Yorck59 wird die andauernde Bedrohung dieser Lebensräume exemplarisch dargestellt, der Clip will aber auf alle linken Projekte (der Stadt) und deren notwendigen Erhalt hinweisen. Neben der yorck59 gibt es weitere räumungsbedrohte und sonstwie in ihrer Existenz gefährdete Projekte wie Wagenburgen, politische Initiativen und Hausprojekte deren Erhalt ebenso notwendig ist.
Mittels des Mediums 'Werbespot' im Kino soll dieser Aufruf in den kommenden Wochen viele Menschen erreichen und sie mit der Thematik konfrontieren. Der Spot legt am Ende den Betrachter/innen die Handlungsebene in die Hand, zeigt also Möglichkeiten auf und ist somit weder diffamierend, belehrend oder negativ in seiner Aussage, obgleich die einzelnen Szenen deutlich und intensiv sind.
Ab heute Donnerstag wird der Film mindestens in folgende Kinos gezeigt:
Acud, Balasz, Central, Fsk, Hackesche Höfe, High End 54, Intimes, Kino in der Brotfabrik, Lichtblick, Moviemento, Neue Kant Kinos, Nickelodeon, Regenbogen, Sputnik, Südstern, Tilsiter Lichtspiele, Xenon...
Ansonst kann der Film unter folgender Adresse runtergeladen werden:
http://www.y59.de

04.02.05

Presseerklärung der BewohnerInnen zum Runden Tisch:
Sehr geehrte Damen und Herren, Am 4.2.05 fand im Friedrichshain-Kreuzberger Rathaus von 11.00 bis 13.00 Uhr ein Runder Tisch statt. Dieser war von der Bezirksbürgermeisterin Cornelia Reinauer einberufen worden, um auf eine politische Lösung zum Erhalt des Hausprojekts Yorck59 hinzuarbeiten. Der Hauseigentümer Marc Walter und der Hausverwalter Boris Gregor Marweld weigerten sich am Runden Tisch teilzunehmen. Sie hatten im Vorfeld ihre Bedingung für eine Teilnahme gestellt: die sofortige Herausgabe aller Namen der HausbewohnerInnen, ein Erpressungsversuch, da eine Herausgabe der Namen eine eventuelle Räumung erheblich erleichtern würde. Diesen Beitrag zu ihrer eigenen Räumung konnten die VertreterInnen des Hausprojekts verständlicherweise nicht leisten.
Als Thema des Runden Tisches standen die Forderungen des Projekts nach einer politischen Lösung in Form eines langfristigen Projekterhalts durch einen Kauf des Hauses durch die BewohnerInnen in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Mietshäusersyndikat im Raum. Solche Kaufverhandlungen können nur in Verbindung mit einem sofortigen Räumungsstopp und einer Aussetzung des juristischen Wegs seitens des Hausbesitzers, der die BewohnerInnen unter erheblichem finanziellem Druck stellt, stattfinden.
Die VertreterInnen des Projekts unterstrichen mehrfach, dass hier besonders der Verzicht auf der Namenherausgabe und die Einstellung der Forderung nach Nutzungsentschädigung in Form einer 55%ige Mieterhöhung unabdinglich sind.
Der Runde Tisch entschied, diese Forderungen politisch zu unterstützen und an die Öffentlichkeit zu tragen. Desweiteren wurde der Wunsch an die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg gerichtet, ihre Resolution zum Erhalt des Projekts vom Mai letzten Jahres zu überarbeiten und die vom Runden Tisch geäußerten Forderungen zu übernehmen. Als unabhängiger Vertreter merkte Prof. Wolf-Dieter Narr an, dass er symbolisch in das Hausprojekt Yorck59 einziehen würde, um eine Forderung nach einem Rämungsstopp Ausdruck zu verleihen.
In einem Telefonat mit der Bezirksbürgermeisterin wenige Stunden vor dem Beginn des Runden Tisches äußerten der Hausbesitzer und sein Verwalter einen weiteren vermeintlichen Grund für ihr Nicht-Erscheinen. In der Nacht seien Schmierereien an ihr gemeinsames Objekt in der Friedrichstr. 129 angebracht worden.
Das Hausprojekt Yorck59 bekräftigte sein dem Hausbesitzer schriftlich unterbreitetes Kaufangebot vom Ende Oktober. Darüber hinaus signalisierten sie die Möglichkeit, beim Zustandekommen von konkreten Kaufverhandlungen sich auch über einen Kauf des gesamten Gebäudekomplexes Yorckstr. 59 inkl. des Vorderhauses verhandlungsbereit zu zeigen.
Frau Reinauer erklärte zum Schluss des Runden Tisches, dass sie sich kommende Woche erneut mit dem Hauseigentümer in Verbindung setzen werde....

Stand am 03.02.05

Am 04.02.05 wird ein runder Tisch stattfinden, um eine politische Lösung für das akut räumungsbedrohte Hausprojekt Yorck59 zu finden.
Eine politische Lösung für das Hausprojekt bedeutet: Räumungsstopp, um vor diesem Hintergrund über einen Kauf des Hauses verhandeln zu können. Oberste Priorität ist dabei der Erhalt des 16-jährigen Hausprojekts.

TeilnehmerInnenliste des Runden Tisches:
Frau Reinauer (Bezirksbürgermeisterin)
Herr Schulz (Stadtrat für Stadtentwicklung und Bauen)
Herr Narr
Frau Junge-Reyer (SenStadt)
Herr Wolf (SenWAF)
Herr Ströbele (MdB)
Fraue Oesterheld (Bau- und Wohnungspolitische Sprecherin der Grünen im Bezirk)
Herr Zillich (PDS Abgeordneter, Mitglied im Innenaussschuss)
Herr Zackenfels (SPD Abgeordneter)
VertreterInnen der Yorck59
Herr Walter (Hausbesitzer)
Herr Marweld (Hausverwalter)

01.02.05

Um fünf vor zwölf gab es vor dem Rathaus Kreuzberg eine Theaterperformance. Im Theaterstück wurde dargestellt, dass ein Spekulant im Rahmen der Privatisierung das Rathaus gekauft hat. Das hatte böse Folgen für die Bezirksbürgermeisterin und ihre MitarbeiterInnen. Im Rathaus wurden Mauern entdeckt, Schlösser wurden ausgetauscht und das Telefon funftionierte nicht mehr. Die Aussage des neuen Besitzers er wolle ein Fitnessstudio und einen Juwelierladen aus dem Rathaus machen, gab der Bürgermeisterin den Rest, worauf sie weinend zusammenbrach.

13.01.05

Gespräch mit Frau Reinauer und Herrn Kallin (Abschnittsleiter der Polizei), wo die Vorfälle Ende 2004 besprochen werden. Da wir schon erneut ein Kaufangebot an Walter geschickt haben, soll Frau Reinauer ihn nach seinem Angebot fragen.

12.01.05

Besuch des Roten Rathauses: Eine Delegation versucht einen Termin mit Wowereit zu bekommen, sie werden von einem Vertreter abgewimmelt. Ca.100 Personen versammeln sich vor dem Rathaus, um die Delegation zu unterstützen. Die Polizei verweigert die Anmeldung einer spontanen Kundgebung, deshalb gab es noch eine kurze spontane Demonstration vor dem Adlon in Richtung Friedrichstr.

10.01.05

Prozesstermin wegen einer Unterlassungsklage, die sich auf ein Hoffest im Sommer 2004 bezieht. Es geht in der Klage darum, dass der Hausbesitzer jegliche Veranstaltungen, wie Partys, Lesungen, Diskussionsrunden verbieten will. Ein Urteil wird nicht gefällt. Urteil vom 23.12.04 wird zugestellt. Es besagt nicht nur, dass die Namen der BewohnerInnen herausgegeben werden müssen, sondern auch, dass sämtliche Etagen geräumt werden sollen, weil es sich um einen Gewerbemietvertrag handelt, der ausgelaufen ist. Der Verein Färbung e.V. hätte keine Untermietverträge über diesen Zeitraum hinaus ausstellen dürfen, Die Richterin hat die 16 Jahre dauernde Wohnnutzung nicht in ihr Urteil einbezogen.

Zusammenfassung der Ereignisse vom 23.12.04 - 06.01.05

Welche Begegnungen es in jüngster Zeit gab... Seit dem 23. Dezember 2004 haben die Schikanen von Marweld eine weitere Steigerung erfahren. Mittlerweile wird im Kampf um das Haus von Seiten des Hausverwalters zu härteren Mitteln gegriffen und versucht, auch ohne Rechtsgrundlage Tatsachen zu schaffen. In der Nacht vom 23. auf den 24.12.2004 wurde in die 2. und 3. Etage eingebrochen, wo u.a. die Druzbar stattfindet und die ARI ihr Büro hat. An jeweils beiden Eingängen wurden Mauern hochgezogen und die Etagen durch ein Schreiben an den Türen als 'Büro Malermeister Lampert' betitelt. Die Polizei weigerte sich Anzeige aufzunehmen. Als die BewohnerInnen nach Absprache mit ihren AnwältInnen die Räume wieder öffneten, rief der angebliche neue Mieter Lampert die Polizei, die in Begleitung von Marweld anrückte und nach längerer Diskussion die Schlösser ohne Einverständnis der BewohnerInnen auswechselte. Am Rande des Geschehens schlug der in Rage geratene Marweld einem Hausbewohner ins Gesicht. Später stellte sich heraus, dass die Räume nicht (wie von der Polizei angekündigt) für beide Parteien verschlossen wurden, sondern dass Marweld im Besitz der Schlüssel ist. Die Polizei hatte die Schlüssel nämlich an Marweld überreicht und sich damit in einem ungeklärten Rechtsstreit auf seine Seite positioniert. Der Kampf um die Etagen ging weiter. Durch eine Pressekonferenz, zu der auch die Büroräume wieder geöffnet wurden, sollte die neue Brisanz im Hauskampf in die Öffentlichkeit getragen werden. Seitdem werden die Räume wieder genutzt. Am 6.1.2005 versuchte Lampert erneut, sich Zugang zu den Räumen zu verschaffen. Dies wurde allerdings von BewohnerInnen und UnterstützerInnen verhindert. Die von Lampert gerufene Polizei verhielt sich dieses Mal neutraler und riet Lampert, die Räume nicht zu betreten. Seitdem hat die Polizeipräsenz vor der Yorck59 und bei Marweld und Walter, die laut taz unter Staatsschutz stehen, zugenommen.

Am 05.01.05 folgt ein Gespräch mit Bezirksbürgermeisterin Reinauer und Bausstadtrat Schulz, die sich über die Lage informiert haben und uns ihre Unterstützung zusichern.

Stand Dezember 04

29.11.04: Prozess gegen Färbung e.V. (Hausverein der Yorck59)
Die Klage des Vermieters auf die Namensherausgabe der BewohnerInnen wurde nicht entschieden. Das Urteil wird erst in ein paar Wochen gefällt, voraussichtlich zu Gunsten des Eigentümers. Doch solange die Namen noch nicht raus gegeben sind, kann auch noch keine Räumungsklage gestellt werden. Der Verein Färbung e.V. hat bereits seinen Sitz verlegt, nachdem eine Räumungsklage gegen ihn gestellt worden war.
Der Prozess wurde von ca. 25 BewohnerInnen der Yorck besucht, was Marweld (Hausverwalter) und seinen Rechtsanwalt Böhm sichtlich nervte. Vor allem ärgerten sie sich aber über die Verzögerung des Urteils.
Auch die Antirassistische Initiative (ARI) hat vor kurzem die Räumungsklage erhalten. Für die ARI, die seit 13 Jahren antirassistische Arbeit in der Yorck59 leistet, wäre der Verlust der Räumlichkeiten fatal.

1.12.04, 10 Uhr: Hoffrühstück
Angekündigt für dieses Datum war die Räumung des 3. Hofes, wo sich eine Remise mit Fahrrädern und Kinderwägen des Hausprojektes befindet. Die neu in das Erdgeschoss der Yorck59 eingezogene Gas-Wasser Firma SERABAG, die auch für Marweld arbeitet, gab an diese nutzen zu wollen. Um unser jahrelanges Nutzungsrecht zu demonstrieren und um der Räumung etwas entgegenzusetzen, versammelten sich die BewohnerInnen morgens um 10 Uhr zum großen Frühstück in der Hofdurchfahrt. Während des Frühstücks wurde ein offener Brief an die Firma SERABAG übergeben (http://www.projektwerkstatt.de/ag-fuesele/Brief.htm). Die Räumung des Hofes fand nicht statt.

1.12.04: Spontaner Hausbesuch bei Walter
Mommsenstraße Ecke Bleibtreustraße, 20 Uhr. Ca. 30 mit Trommeln, Trillerpfeifen und Flugblättern bewaffnete AktivistInnen machten sich auf den Weg Richtung Mommsenstraße 9, wo schon im 4. Stock der Hausbesitzer Marc Walter wartete. Lautstark ging es dann ans Werk, Flyer wurden verteilt und die NachbarInnen auf die Situation der Yorck59 im Zusammenhang mit ihrem Nachbarn Marc Walter aufmerksam gemacht. Vor uns war schon die Zivilpolizei (B-CV 386) da, welche laut eigener Aussagen unabhängig von der Aktion dort stünde. Wegen der häufigen Graffiti-"Schmierereien" (gefunden auf indymedia) am Haus d es Hausbesitzers sei Objektschutz angefordert worden. Als dann nach ca. 20 Minuten Wannen um die Ecke bogen, verteilten sich die AktivistInnen in alle Richtungen, kontrolliert wurde niemand.

Stand September04/

allgemeines zum Projekt unter:Projekt

Die IHK
Unser Vertrag läuft Ende September aus. Es ist formal ein Gewerbemietvertra g, in dem vorgesehen ist, dass ein Schiedsgutachten von der IHK über die Mieth&o uml;he nach Vertragsablauf entscheidet, wenn sich die beiden Parteien nicht &uum l;ber einen Fortlauf des Mietverhältnisses einigen können. Auf unser Angebo t an den Eigentümer im Frühling, sich über die Ausgestaltung des Vertr ages ab Oktober 2004 zusammen zu setzen, ging er nicht ein. Stattdessen legte er lediglich ein unhaltbares 'Angebot' einer 100%igen Erhöhung der Nettokaltm iete schriftlich vor. Daher haben wir es nun mit einem Gutachten der IHK zu tun. Seit ein paar Tagen liegt es vor und schreibt eine nunmehr 55%ige Erh%ouml;hung der Nettokaltmiete fest. Damit war zu rechnen, da es sich bei der IHK um einen Unternehmerverband handelt und das Gutachten die 'marktübliche Miete' ermitteln sollte. Wir sind nun aber weder ein Profitunternehmen, noch überhaupt ein Gewer be und sowieso einzigartig, politisch und unvergleichlich. Das heißt, eine polit ische Lösung muss nach wie vor her!

Dafür haben wir in den letzten Monaten einiges getan. Kurz gefasst, haben w ir für Medienöffentlichkeit gesorgt (nachzulesen auf www.yorck59.net), Kund gebungen gemacht, waren auf Straßenfesten präsent, haben tolle T-Shirts bed ruckt und Soli-CDs verteilt, Hoffeste gemacht, uns im PIRAT (Projekte und Initia tiven-Rat) organisiert und der Bezirksverwaltung nahegelegt, uns, als unverzicht barem Kiezprojekt, bei einem Runden Tisch mit dem Eigentümer den Rücke n zu stärken.

Die BVV (Bezirksverordnetenversammlung, das Bezirksparlament) hatte sich im Juni für den Erhalt der Yorck59 samt der bestehenden Projektstruktur ausgesprochen. Die Bürgermeisterin Frau Reinauer (PDS) und Bezirksstadtrat Schulz (Grüne/Bündnis90) haben sich nun jüngst mit Marc Walter und Boris Gregor Marweld (Eigentümer bzw Verwalter) getroffen. Diese zeigten sich angepisst von unserer Öffentlichkeitsarbeit und unserer Unterstellung, sie wollten luxusmodernisieren (dabei haben wir klar gesagt, sie würden Luxusmieten verlangen, von Modernisierung war sowieso nie die Rede). Da beide im Vorfeld des Kaufes davon informiert waren, dass wir keine höhere Miete zahlen können, fragt sich, was sie mit dem Haus vorhaben. Angeblich haben sie nichts gegen uns und wollen nur ihre liebe Ruhe. Nun, nach Erstellung des IHK-Gutachtens zeigen sie sich so 'kompromissbereit', uns höchstens noch 5 Jahre bei 55%ig höherer Miete wohnen zu lassen - was sie vertragsgemäß sowieso müssen! Das heißt, sie haben erst in 5 Jahren eine entsprechende Gewinnerwartung, die wohl ihren Kauf so richtig rentabel machen soll, und wollen während dessen einen kleineren aber immerhin fest kalkulierbaren Gewinn einstecken. Unser Plan vom letzten Jahr, das Hinterhaus selbst zu kaufen, steht noch als Angebot. Nach unserer Kalkulation kann das Haus mit den derzeitigen Mieten ohne Verluste bewirtschaftet werden. Anscheinend geht es Walter & Marweld aber ums Prinzip, weshalb sie nicht so schnell aufgeben wollen. Der Begriff 'Eigentumsideologen' fiel in dem Zusammenhang und bringt ihre Haltung wahrscheinlich auf den Punkt. Außerdem investieren sie viel Zeit und Mühe in uns. Denken wir nur an die Versuche, unser Hoffest vom 31.7. zu verbieten, uns prinzipiell die Hofnutzung zu untersagen, oder an die wöchentlichen Plakatentfernungsaktionen in der Hofdurchfahrt und im Treppenhaus. Aktuell verklagen sie uns auf Herausgabe der Namen der Leute, die hier wohnen, wahrscheinlich um Räumungsklagen vorzubereiten. Mit einer Unterlassungsklage wollen sie uns nicht nur die gemeinsame Hofnutzung verbieten, sondern auch Veranstaltungen in unseren Räumen; wegen angeblicher Lärmbelästigung.

Und was machen wir? An der von ihnen geäußerten Sensibilität in Punkto Veröffentlichung des Konfliktes und ihrer Namen müssen wir dran bleiben. Eine gute Öffentlichkeitsarbeit und Druck bzw Solidarität von außen sind die Stränge, an denen wir weiter ziehen müssen, wollen wir uns nicht zu einer 'privatwirtschaftlichen Angelegenheit' degradieren lassen (so die CDUFDP in der damaligen BVV-Sitzung).

Yorck59 goes Hamburg
Am letzten Samstag, den 11.9., waren wir z.B. in Hamburg bei Marc Walter vor der Haustür. Wegen der kurz zuvor geräumten Wagenburg 'Wendebecken' hatten wir eine gute Mobilisierung und Publizität unserer Demo (die Bild schrieb von anreisenden BerufschaotInnen und KrawalltouristInnen), so dass wir mit mehr als 200 TeilnehmerInnen an den Start gingen. Auch wenn wir die erwartete Schwarze-Block-Stärke nicht ganz erreichten, hatten wir doch eine Menge Spaß wegen der gelungenen Moderation samt Yorck59-Quiz und des zahlreichen Publikums an den Balkonen und Fenstern in der Martin Luther Straße.

unser:'wir waren auch da' fototermin bei der Wendebeckendemo
Vor der Hausnummer 21 und an den angrenzenden Häusern waren wie erwartet reichlich Bullen aufgestellt, die Marc Walter unerwartete Öffentlichkeit brachten. Aus einer Nachbarwohnung hing sogar ein Soli-Transparent, während ein interaktives Quiz mit Fragen zu Walter, Marweld und der Yorck59 das Publikum begeisterte, sicher auch angesichts der tollen Preise. Die Frage nach der exakten Lage von Walters Wohnung blieb trotz der versuchten Einbeziehung seiner NachbarInnen leider eher vage beantwortet. Doch da der einzige unbesetzte Balkon der Nr. 21 im 2. Stock links lag, vermuteten wir ihn dort hinter den Gardinen. Anschließend demonstrierten wir gemeinsam mit 1000 weiteren UnterstützerInnen des Wendebeckens gegen die Räumung des Wagenplatzes und für den Erhalt aller linken Wohnprojekte. Bambule überall! Kann gut sein, dass dies nicht der letzte Ausflug der Yorck59 nach Hamburg war




Yorck59 goes Friedrichstraße
Für den 30.9. planen wir aber wieder etwas heimeligeres, eine Kundgebung vor einer jüngst erworbenen Immobilie von Walter und Marweld in der Friedrichstr. 129, Ecke Claire Waldoff Straße. Das liegt auf der Höhe Oranienburger Straße. Vor wenigen Wochen erwarben die beiden unter dem Label 'GbR Friedrichstr. 129' den Gebäudekomplex mit Mietwohnungen und Gewerberäumen, der die Grundstücke Friedrichstr. 129 und Claire Waldoff Str. 2, 4, 6, 8, 10 und 12 umfasst. Die Hausverwaltung macht, wie bei uns, die Bau-Partner GmbH. Ein lukratives Filetgrundstück, das sicher einiges abwerfen wird, sofern die Gewerbemieten wieder steigen oder die Immobilie z.B. luxusmodernisiert wird (mit entsprechenden Folgen für die jetzigen MieterInnen...). Dort wollen wir auflaufen und den beiden zeigen, dass wir auch am letzten Tag unseres alten Mietvertrages nicht aufhören für den Erhalt unseres Projektes zu kämpfen.!!